Polymyositis

 

Polymyositis im System der Muskelerkrankungen

Polymyositis ist eine entzündliche Erkrankung der Muskulatur und wird durch eine spontane Reaktion der weißen Blutkörperchen auf das umgebende Muskelgewebe ausgelöst. Die Ursache für diese unbegründete Attacke ist bis heute immer noch unbekannt. Aus diesem Grund spricht man bei einer Polymyositis auch von einer idiopathischen inflammatorischen Myopathie.

Der Name dieser Erkrankung setzt sich aus den griechischen Begriffen poly-, gleichbedeutend mit viel, dem Wort -myo- für Muskel und der Bezeichnung -itis zusammen, welche sich auf den entzündlichen Charakter der Krankheit bezieht. Besonders Frauen sind von der Polymyositis betroffen, sie erkranken in der Regel doppelt so häufig wie Männer. Zudem treten Symptome auch gehäuft unter Jugendlichen und im höheren Alter auf. Mit einer Häufigkeit von 6,5*10-5 zählt die Polymyositis eher zu den seltenen Muskelerkrankungen. Diese so genannte Prävalenzrate bedeutet, dass unter 100.000 Probanden lediglich bei 6 – 7 Personen die Krankheit festgestellt werden konnte. Betrachtet man im bundesdeutschen Durchschnitt die Rate der Neuerkrankungen, in der Fachliteratur auch als Inzidenz bezeichnet, sinkt die Zahl noch weiter, unter 1 Million Menschen treten nicht einmal 10 neue Patienten in Erscheinung.

Betrachtet man die Polymyositis im Rahmen der allgemeinen Muskelerkrankungen, wirkt sie im ersten Moment eher als Randerscheinung, da Polymyositis oder kurz PM, nur innerhalb einer Untergruppe der Myopathien auftritt. Handelt es sich etwa um ein Krankheitsbild, welches direkt auf eine Erkrankung des Muskelgewebes zurück geführt werden kann, spricht man von einer primären Myopathie. Ursachen und Symptome variieren innerhalb dieser Gruppe beträchtlich, allerdings spielen Gendefekte hier mitunter eine bedeutende Rolle, wie etwa beim Thompson- oder Becker-Syndrom.

Daneben können Muskelerkrankungen natürlich aufgrund einer anderen Krankheit entstehen, zum Beispiel im Zuge einer Stoffwechselstörung oder durch Erkrankungen bestimmter Drüsen, welche den Hormonhaushalt des Körpers stören. Bestes Beispiel für ein solches Krankheitsbild ist die Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse. Zudem können äußere Einflüsse eine Myopathie auslösen, neben Wirkstoffen aus Medikamenten oder Drogen kommen hier auch Alkohol oder andere Gifte als Ursache in Frage.

Schließlich tauchen im Rahmen der entzündlichen Muskelerkrankungen die Poly-, Dermato- und die Einschlussmyositis auf. Alle drei gehen auf Reaktionen des Immunsystems zurück und lassen häufig keine genaue Ursache erkennen. Wird die Entzündung dagegen durch besondere Erreger, wie zum Beispiel Viren, Bakterien, Würmern und anderen Parasiten ausgelöst, spricht man von einer erregerbedingten entzündlichen Myopathie. In Frage kommen hier Influenza-Viren, Borrelien oder Toxoplasmen. Letztere zählen zu den Einzellern und können, ähnlich den verwandten Plasmodien durch Malaria, den menschlichen Körper schädigen.

 

 

 

 

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