Polymyositis
Entzündliche Muskelerkrankung mit Hauterkrankung
Sehr eng mit der Polymyositis als entzündliche Muskelerkrankung verwandt ist die Dermatomyositis. Diese Erkrankung der Muskeln äußert sich nicht nur durch die bereits angesprochenen Symptome, sondern gibt sich auch durch Auswirkungen auf die umgebende Haut zu erkennen. Speziell bei Personen im höheren Alter und Jugendlichen tritt ein Häufigkeitsmaximum auf. Für die juvenile, also die bei Kindern auftretende, Form der Erkrankung kommen wahrscheinlich Virusinfektionen mit einer anschließenden Autoimmunisierung in Frage. Andernfalls kann eine Dermatomyositis Hinweis auf das Auftreten eines Tumors sein, da viele der dokumentierten Fälle mit diesem Krankheitsbild in Verbindung stehen. Im Gegensatz zur Polymyositis, die auf einer Immunreaktion der T-Zellen beruht, ist für das Auftreten einer Dermatomyositis wahrscheinlich eher die Reaktion der B-Lymphozyten verantwortlich. Letzere sind innerhalb der Immunabwehr für die Produktion der Antikörper zuständig.
Die Immunabwehr richtet sich bei einer Dermatomyositis nicht gegen den Muskel selbst, sondern scheint eher die Blutgefäße selbst zu attackieren. Diese versorgen die Muskelzellen mit Sauerstoff und Energie, wodurch die Zerstörung der Kapillaren letzten Endes auch eine Schädigung des Muskels und Durchblutungsstörungen nach sich zieht. Unter dem Mikroskop wird die Wirkung des Immunsystems anhand des immer weiter fortschreitenden Abbaus der Muskelfasern sichtbar. Zudem können durch Blutuntersuchungen Entzündungsstoffe nachgewiesen werden, wie etwa die Kreatinkinase, was immer als ein sicheres Anzeichen für entzündliche Erkrankungen der Muskeln gilt.
Daneben können sich im Zuge einer Dermatomyositis angeraute und rissige Hautpartien sowie im Nagelbereich schmerzhafte Kapillarerweiterungen bilden. Typisch für das Krankheitsbild der Dermatomyositis sind so genannte Erytheme. Als solche bezeichnet man die Bildung von Hautflecken, die aufgrund der verstärkten Durchblutung betroffener Regionen auftreten und für jeden Mediziner ein sicheres Anzeichen auf entzündliche oder infektiöse Erkrankungen sind.
Ähnlich der Polymyositis greifen die behandelnden Ärzte gerade bei sehr akuten Formen der Dermatomyositis auf die Verabreichung von kortisonhaltigen Präparaten zurück. Spricht der Patient nicht auf die Therapie an oder besteht ein erhöhtes Gesundheitsrisiko durch die Immunreaktion, so können auch so genannte Immunsuppressiva eingesetzt werden, mit deren Hilfe sich das körpereigene Abwehrsystem unterdrücken lässt.
