Guillain Barré Syndrom
Das Guillain–Barré–Syndrom als Neuropathie
Die Muskulatur des menschlichen Körpers ist einer großen Zahl verschiedener Krankheiten ausgesetzt, die die verschiedensten Ursachen haben können. Eine dieser Auslöser für Erkrankungen, welche den Muskelzellen Schaden zufügen können, sind die sogenannten Neuropathien. Allerdings ist die Schädigung der Muskulatur in diesem Fall häufig eines der sekundären Symptome, durch die sich eine Beeinträchtigung der Nerven manifestiert. Aufgrund des engen Zusammenhangs zwischen dem neuronalen Netz im menschlichen Körper und den anderen Funktionen fällt eine genaue Trennung an dieser Stelle nicht immer leicht. Der Begriff Neuropathie fasst eine größere Zahl verschiedener Krankheitsbilder zusammen, die alle in ihrem Auftreten eine große Gemeinsamkeit vereint: Sie schädigen in ihrer Gesamtheit das periphere Nervensystem des Menschen. Neben dem zentralen Nervensystem, welches im Wesentlichen aus den beiden Komponenten Gehirn und Rückenmark besteht, zählt das periphere System mit seinen weiten Verzweigungen bis in die entferntesten Teile der Gliedmaßen zu den wichtigsten Steuereinheiten. Erkrankungen machen sich hier vor allem durch Störungen in den motorischen Fähigkeiten und Funktionen bemerkbar.
Als Ursache einer neurologischen Erkrankung kommen drei Auslöser in Frage. Sobald die Nerven durch Viren oder Bakterien geschädigt werden, liegt eine infektiöse Neuropathie vor. Daneben können auch andere Gifte, wie Kohlenwasserstoffe oder Schwermetalle, für eine Schädigung der Nerven verantwortlich sein. Startet das körpereigene Immunsystem eine Attacke gegen die Zellen, handelt es sich um eine autoimmunologische Neuropathie. Beide werden in der Gruppe sekundärer Erkrankungen des peripheren Nervensystems zusammengefasst. Gehen die Symptome dagegen von den Nerven direkt aus, etwa aufgrund eines schweren Gendefekts, spricht man in diesem Fall von einer primären Neuropathie. Allerdings ist diese Form der Erkrankung wesentlich seltener als die beiden erstgenannten Verlaufsformen. Das Guillain–Barré–Syndrom gehört zur Gruppe der sekundären Neuropathien und wird durch eine Reaktion des Immunsystems ausgelöst, welches dabei die Nervenzellen schädigt - es liegt hier also eine Autoimmunerkrankung vor.
